Darf man in der Schwangerschaft ins Solarium? Experten warnen davor – hier ist der Grund.

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Eine Schwangerschaft wirft viele Fragen zur Sicherheit auf, und die Nutzung von Solarien bildet da keine Ausnahme. Die kurze Antwort lautet: Nein – Gesundheitsexperten raten einhellig von der Nutzung von Solarien während der Schwangerschaft ab, da dies ernsthafte Risiken für Sie und Ihr ungeborenes Kind birgt. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Gefahren, gängige Irrtümer und sicherere Alternativen für ein angenehmes Sonnenbad.

1. Die größten Risiken von Solarien während der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft verändert die Fähigkeit des Körpers, die Körpertemperatur zu regulieren und auf Stress zu reagieren, wodurch die Nutzung von Solarien deutlich riskanter wird als üblich. Zu den Hauptgefahren zählen:

Überhitzung (Hyperthermie): Solarien stauen die Wärme in einem geschlossenen Raum, und in der Schwangerschaft ist die Fähigkeit des Körpers, sich abzukühlen, eingeschränkt. Eine Körperkerntemperatur über 39 °C (102,2 °F) im ersten Trimester kann zu Geburtsfehlern – einschließlich Neuralrohrdefekten wie Spina bifida – oder sogar zu einer Fehlgeburt führen.

Erhöhte Hautempfindlichkeit: Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft machen die Haut anfälliger für Sonnenbrand, Juckreiz und Pigmentveränderungen (wie Melasma). UV-Strahlen im Solarium verstärken diese Probleme und können zu schmerzhaftem Sonnenbrand oder dauerhaften dunklen Flecken führen.

Dehydrierung: Solarien führen zu Schwitzen, und Schwangere benötigen zusätzliche Flüssigkeit, um die Plazenta und das Baby zu versorgen. Dehydrierung durch Solariumbesuche kann zu Schwindel, Fruchtwassermangel oder vorzeitigen Wehen führen.

Langfristige Hautschäden: Eine Schwangerschaft erhöht an sich nicht das Hautkrebsrisiko, aber die UV-Strahlen von Sonnenbänken (ein bekanntes Karzinogen) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, später im Leben an einem Melanom oder anderen Hautkrebsarten zu erkranken – Risiken, die auch nach der Schwangerschaft bestehen bleiben.

2. Häufige Mythen über Solarien und Schwangerschaft

Viele Menschen glauben Mythen, die die Nutzung von Solarien sicherer erscheinen lassen, aber diese Mythen sind wissenschaftlich nicht belegt:

Mythos 1: „Kurze Trainingseinheiten sind in Ordnung, weil ich nicht überhitze.“

Fakt ist: Schon 5–10 Minuten im Solarium können die Körpertemperatur so weit erhöhen, dass es dem Baby schadet, insbesondere in der Frühschwangerschaft. Die Wärmeregulation des Körpers ist bereits überlastet, daher gibt es keine „sichere“ kurze Sonnenbank.

Mythos 2: „Ich brauche ein Solarium, um Vitamin D für das Baby zu bekommen.“

Fakt ist: Solarien sind eine gefährliche Methode, Vitamin D aufzunehmen. Ihr Arzt wird Ihnen stattdessen wahrscheinlich ein Schwangerschaftsvitaminpräparat mit Vitamin D (üblicherweise 600–800 IE täglich) oder sichere Lebensmittel (wie angereicherte Milch, Lachs oder Eier) empfehlen. Kurze Aufenthalte im Schatten (10–15 Minuten täglich) erhöhen ebenfalls den Vitamin-D-Spiegel ohne UV-Schaden.

Mythos 3: „Solarien schaden dem Baby nicht, weil die UV-Strahlen die Gebärmutter nicht erreichen.“

Fakt ist: UV-Strahlen dringen zwar nicht direkt in die Gebärmutter ein, die Hitze von Solarien hingegen schon. Überhitzung stellt hier die größte Gefahr dar und schädigt die sich entwickelnden Organe des Babys – selbst wenn diese nicht direkt von den Strahlen getroffen werden.

3. Sicherere Alternativen für mehr Komfort in der Schwangerschaft

Wenn Sie das Wärmegefühl vermissen oder nicht „blass“ aussehen möchten, probieren Sie stattdessen diese schwangerschaftsgeeigneten Alternativen:

Sanfte Zeit im Freien: Setzen Sie sich täglich 15–20 Minuten in den Schatten (z. B. unter einen Baum oder einen Sonnenschirm). Sie genießen frische Luft und milde Wärme ohne UV-Strahlung oder Überhitzungsrisiko.

Selbstbräunungsprodukte: Verwenden Sie in der Schwangerschaft unbedenkliche Selbstbräuner (achten Sie auf hypoallergene, parfümfreie Formeln), um eine vorübergehende Bräune zu erzielen. Testen Sie das Produkt vorher an einer kleinen Hautstelle, um Hautreizungen zu vermeiden.

Warme Duschen/Bäder: Ein kurzes, warmes Bad (Wassertemperatur unter 37,8 °C halten) kann Ihnen helfen, sich zu entspannen, ohne Ihre Körperkerntemperatur zu stark zu erhöhen.

4. Was tun, wenn Sie vor Ihrer Schwangerschaft ein Solarium benutzt haben?

Falls Sie in der Frühschwangerschaft versehentlich ein Solarium benutzt haben, geraten Sie nicht in Panik – informieren Sie aber Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bei Ihrem nächsten Termin. Er oder sie kann die Entwicklung Ihres Babys überwachen (z. B. per Ultraschall) und Sie beruhigen. Eine kurze Sitzung verursacht wahrscheinlich keine ernsthaften Schäden, dennoch ist es wichtig, zukünftig auf Solariumbesuche zu verzichten.

Wichtigste Erkenntnisse
Die Nutzung von Solarien während der Schwangerschaft ist nicht sicher – es besteht die Gefahr von Überhitzung, Geburtsfehlern, Hautschäden und Austrocknung.

Es gibt keine „sichere“ Sitzungsdauer, und Mythen über Vitamin D oder die UV-Penetration sind falsch.

Für Wohlbefinden und Selbstvertrauen sollten Sie sich an vom Arzt empfohlene Vitamin-D-Quellen, Selbstbräuner oder sanfte Aufenthalte im Freien halten.

Die Gesundheit Ihres Babys hat während der Schwangerschaft oberste Priorität. Der Verzicht auf Solarien ist eine einfache Möglichkeit, unnötige Risiken zu minimieren. Bei Fragen zur Sicherheit in der Schwangerschaft wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Wenn Sie nach speziellen Tipps zur Selbstfürsorge in der Schwangerschaft suchen, kann ich Ihnen eine sichere Checkliste für Ihr Wohlbefinden in der Schwangerschaft zusammenstellen – inklusive Tipps zur Hautpflege, Flüssigkeitszufuhr und Entspannung –, damit Sie sich rundum wohlfühlen, ohne Risiken einzugehen. Wäre das für Sie hilfreich?

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