Die meisten Organe und Drüsen des Körpers sind von mehreren Zentimetern Knochen, Muskeln, Fett, Haut oder anderem Gewebe bedeckt, wodurch direkte Lichteinwirkung praktisch unmöglich ist. Eine bemerkenswerte Ausnahme bilden jedoch die männlichen Hoden.
Ist es ratsam, die Hoden direkt mit rotem Licht zu beleuchten?
Die Forschung hebt mehrere interessante Vorteile der Rotlichtexposition für die Hoden hervor.
Steigerung der Fruchtbarkeit?
Die Spermienqualität ist das primäre Maß für die Fruchtbarkeit des Mannes, da die Lebensfähigkeit der Spermien im Allgemeinen der begrenzende Faktor für eine erfolgreiche Fortpflanzung (von männlicher Seite) ist.
Eine gesunde Spermatogenese, also die Bildung von Spermien, findet in den Hoden statt, unweit der Androgenproduktion in den Leydig-Zellen. Beide Prozesse korrelieren stark miteinander – ein hoher Testosteronspiegel geht mit einer hohen Spermienqualität einher und umgekehrt. Es ist selten, dass ein Mann mit niedrigem Testosteronspiegel eine hervorragende Spermienqualität aufweist.
Spermien werden in den Samenkanälchen der Hoden in einem mehrstufigen Prozess produziert, der mehrere Zellteilungen und die Reifung dieser Zellen umfasst. Verschiedene Studien haben einen sehr linearen Zusammenhang zwischen ATP-/Energieproduktion und Spermatogenese nachgewiesen:
Arzneimittel und Substanzen, die den mitochondrialen Energiestoffwechsel im Allgemeinen beeinträchtigen (z. B. Viagra, SSRIs, Statine, Alkohol usw.), haben einen extrem negativen Einfluss auf die Spermienproduktion.
Arzneimittel/Verbindungen, die die ATP-Produktion in den Mitochondrien unterstützen (Schilddrüsenhormone, Koffein, Magnesium usw.), steigern die Spermienzahl und die allgemeine Fruchtbarkeit.
Die Spermienproduktion ist stärker als andere Körperprozesse von der ATP-Produktion abhängig. Da sowohl rotes als auch infrarotes Licht laut führender Forschung die ATP-Produktion in den Mitochondrien steigern, ist es nicht verwunderlich, dass rote und infrarote Wellenlängen in verschiedenen Tierstudien die Spermienproduktion und -lebensfähigkeit in den Hoden verbessern konnten. Blaues Licht hingegen, das die Mitochondrien schädigt (und die ATP-Produktion hemmt), reduziert die Spermienanzahl und damit die Fruchtbarkeit.
Dies betrifft nicht nur die Spermienproduktion in den Hoden, sondern auch direkt die Gesundheit freier Spermien nach der Ejakulation. So zeigten beispielsweise Studien zur In-vitro-Fertilisation (IVF) überlegene Ergebnisse unter Rotlicht bei Säugetier- und Fischspermien. Der Effekt ist besonders ausgeprägt bei der Spermienmotilität, also der Beweglichkeit, da der Schwanz der Spermien durch eine Reihe rotlichtempfindlicher Mitochondrien angetrieben wird.
Zusammenfassung
Theoretisch könnte eine korrekte Anwendung von Rotlichttherapie im Hodenbereich kurz vor dem Geschlechtsverkehr die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung erhöhen.
Darüber hinaus könnte eine konsequente Rotlichttherapie in den Tagen vor dem Geschlechtsverkehr die Chancen auf eine abnorme Spermienproduktion weiter erhöhen bzw. verringern.
Testosteronspiegel möglicherweise verdreifacht?
Seit den 1930er Jahren ist wissenschaftlich bekannt, dass Licht im Allgemeinen die Testosteronproduktion bei Männern anregen kann. Erste Studien untersuchten damals, wie sich isolierte Lichtquellen auf Haut und Körper auf den Hormonspiegel auswirken, und zeigten eine deutliche Verbesserung durch die Verwendung von Glühbirnen und künstlichem Sonnenlicht.
Etwas Licht scheint unseren Hormonen gutzutun. Die Umwandlung von Hautcholesterin in Vitamin-D3-Sulfat ist ein direkter Zusammenhang. Noch wichtiger ist jedoch vielleicht, dass die Verbesserung des oxidativen Stoffwechsels und der ATP-Produktion durch rotes und infrarotes Licht weitreichende und oft unterschätzte Auswirkungen auf den Körper hat. Schließlich ist die zelluläre Energieproduktion die Grundlage aller Lebensfunktionen.
Neuere Studien untersuchen die Wirkung direkter Sonneneinstrahlung, zunächst auf den Rumpf. Diese erhöht den Testosteronspiegel bei Männern zuverlässig um 25 % bis 160 %, je nach Person. Die direkte Sonneneinstrahlung auf die Hoden hat jedoch einen noch deutlicheren Effekt: Sie steigert die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen um durchschnittlich 200 % – ein erheblicher Anstieg gegenüber dem Ausgangswert.
Studien, die den Einfluss von Licht, insbesondere von Rotlicht, auf die Hodenfunktion von Tieren untersuchen, werden seit fast 100 Jahren durchgeführt. Erste Experimente konzentrierten sich auf männliche Vögel und kleine Säugetiere wie Mäuse und zeigten Effekte wie sexuelle Aktivierung und deren Wiederaufflammen. Die Hodenstimulation durch Rotlicht wird seit fast einem Jahrhundert erforscht, und Studien belegen in fast allen Fällen einen Zusammenhang mit gesundem Hodenwachstum und besseren Fortpflanzungsergebnissen. Neuere Studien am Menschen stützen diese Theorie und zeigen möglicherweise sogar noch positivere Ergebnisse im Vergleich zu Vögeln und Mäusen.
Hat rotes Licht auf die Hoden tatsächlich dramatische Auswirkungen auf den Testosteronspiegel?
Die Hodenfunktion ist, wie bereits erwähnt, von der Energieproduktion abhängig. Dies trifft zwar auf praktisch jedes Gewebe im Körper zu, doch es gibt Hinweise darauf, dass dies insbesondere für die Hoden gilt.
Auf unserer Seite zur Rotlichttherapie wird der Wirkmechanismus roter Wellenlängen ausführlicher erklärt. Er besteht darin, die ATP-Produktion (die zelluläre Energiewährung) in der Atmungskette der Mitochondrien anzuregen (weitere Informationen finden Sie unter Cytochromoxidase – einem lichtempfindlichen Enzym). Dadurch erhöht sich die der Zelle zur Verfügung stehende Energie. Dies gilt auch für die Leydig-Zellen (Testosteron produzierende Zellen). Energieproduktion und Zellfunktion hängen zusammen: Mehr Energie bedeutet mehr Testosteronproduktion.
Darüber hinaus ist bekannt, dass die Energieproduktion des gesamten Körpers, die mit dem Spiegel aktiver Schilddrüsenhormone korreliert bzw. anhand dieses gemessen wird, die Steroidogenese (bzw. die Testosteronproduktion) direkt in den Leydig-Zellen stimuliert.
Ein weiterer möglicher Mechanismus betrifft eine separate Klasse von Lichtrezeptorproteinen, die sogenannten Opsinproteine. Die menschlichen Hoden sind besonders reich an verschiedenen dieser hochspezifischen Photorezeptoren, darunter OPN3, die – ähnlich wie Cytochrom – durch bestimmte Lichtwellenlängen aktiviert werden. Die Stimulation dieser Hodenproteine durch rotes Licht induziert zelluläre Reaktionen, die unter anderem zu einer erhöhten Testosteronproduktion führen können, obwohl die Forschung zu diesen Proteinen und Stoffwechselwegen noch in den Anfängen steckt. Diese Art von Lichtrezeptorproteinen findet sich auch in den Augen und – interessanterweise – im Gehirn.
Zusammenfassung
Einige Forscher vermuten, dass eine Rotlichttherapie direkt an den Hoden über kurze, regelmäßige Zeiträume den Testosteronspiegel mit der Zeit erhöhen würde.
Nachgelagert könnte dies potenziell zu einer ganzheitlichen Wirkung auf den Körper führen, die Konzentration steigern, die Stimmung verbessern, die Muskelmasse und Knochenstärke erhöhen und überschüssiges Körperfett reduzieren.
Die Art der Lichteinwirkung ist entscheidend.
RotlichtLicht kann aus verschiedenen Quellen stammen; es ist im breiten Spektrum des Sonnenlichts, der meisten Haus- und Arbeitsbeleuchtungen, Straßenlaternen usw. enthalten. Das Problem dieser Lichtquellen besteht darin, dass sie auch gegensätzliche Wellenlängen wie UV-Licht (im Fall von Sonnenlicht) und blaues Licht (bei den meisten Haus- und Straßenlaternen) enthalten. Zudem sind die Hoden besonders hitzeempfindlich, stärker als andere Körperteile. Es ist sinnlos, wohltuendes Licht anzuwenden, wenn man dessen Wirkung gleichzeitig durch schädliches Licht oder übermäßige Hitze zunichtemacht.
Auswirkungen von blauem und UV-Licht
Stoffwechseltechnisch betrachtet, kann man blaues Licht als das Gegenteil von rotem Licht betrachten. Während rotes Licht die zelluläre Energieproduktion potenziell verbessert, verschlechtert blaues Licht sie. Blaues Licht schädigt gezielt die Zell-DNA und das Cytochrom-Enzym in den Mitochondrien und verhindert so die ATP- und Kohlendioxidproduktion. Dies kann in bestimmten Fällen, wie beispielsweise bei Akne (da die problematischen Bakterien abgetötet werden), von Vorteil sein, führt beim Menschen jedoch langfristig zu einem ineffizienten Stoffwechselzustand, ähnlich wie bei Diabetes.
Rotlicht vs. Sonnenlicht auf die Hoden
Sonnenlicht hat unbestreitbar positive Effekte – Vitamin-D-Produktion, Stimmungsverbesserung, gesteigerter Energiestoffwechsel (in kleinen Dosen) usw. –, aber es hat auch Schattenseiten. Zu viel Sonnenlicht führt nicht nur zum Verlust aller Vorteile, sondern auch zu Entzündungen und Schäden in Form von Sonnenbrand, was letztendlich Hautkrebs begünstigen kann. Empfindliche Körperstellen mit dünner Haut sind besonders anfällig für diese Schäden und Entzündungen durch Sonnenlicht – keine Körperstelle mehr als die Hoden.Quellen von rotem LichtBeispielsweise sind LEDs gut erforscht und scheinen keine der schädlichen blauen und UV-Wellenlängen zu enthalten, sodass kein Risiko für Sonnenbrand, Krebs oder Hodenentzündungen besteht.
Die Hoden nicht erhitzen
Die Hoden des Mannes hängen aus einem bestimmten Grund außerhalb des Rumpfes: Sie funktionieren am besten bei einer Temperatur von 35 °C (95 °F), was zwei Grad unter der normalen Körpertemperatur von 37 °C (98,6 °F) liegt. Viele Lampen und Leuchtmittel, die in der Lichttherapie eingesetzt werden (z. B. Glühlampen, Wärmelampen, Infrarotlampen ab 1000 nm), geben eine erhebliche Menge Wärme ab und sind daher für die Anwendung an den Hoden ungeeignet. Eine Erwärmung der Hoden während der Lichttherapie würde negative Ergebnisse erzielen. Die einzigen „kalten“ und effizienten Rotlichtquellen sind LEDs.
Fazit
Rotes oder Infrarotlicht von einemLED-Lichtquelle (600-950 nm)wurde im Hinblick auf die Anwendung an den männlichen Keimdrüsen untersucht.
Einige der potenziellen Vorteile sind oben detailliert beschrieben.
Sonnenlicht kann auch auf die Hoden angewendet werden, jedoch nur für kurze Zeiträume und nicht ohne Risiken.
Vermeiden Sie die Einwirkung von blauem/UV-Licht.
Vermeiden Sie jegliche Art von Wärmelampen/Glühlampen.
Die am besten erforschte Form der Rotlichttherapie nutzt LEDs und Laser. Sichtbare rote LEDs (600–700 nm) scheinen optimal zu sein.
